Lustiges Buch als Geschenk zu Weihnachten: Warum ein Alien unter jedem Baum liegen sollte

Ein lustiges Buch als Geschenk zu Weihnachten ist die ehrlichste Form der Zuwendung, die es unter einem Tannenbaum gibt. Es kostet weniger als ein Gutschein, es verstaubt seltener als eine Duftkerze, und es hat einen Vorteil, den kein technisches Geraet der Welt bieten kann: Es bringt jemanden zum Lachen, ohne dass Batterien noetig sind. Wer dieses Jahr etwas verschenken will, das noch im Februar im Gedaechtnis bleibt, sollte den Roman „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend auf die Liste setzen – die Geschichte eines Ausserirdischen, der die Menschheit mit einer Mischung aus Hoeflichkeit und Fassungslosigkeit protokolliert.

Der Protagonist heisst Xyphor Venthax, kurz Xy. Auf der Erde nennt er sich lieber „Kirk“, weil er Captain Kirk aus Star Trek bewundert – ein Pseudonym, das prompt Missverstaendnisse produziert. Oma Gerda, in deren Wohnzimmer Xy landet, denkt bei „Kirk“ naemlich zuverlaessig an Kirk Douglas. Aus dieser einen Verwechslung entsteht ein Ton, der den ganzen Roman traegt: freundlich, respektvoll und trotzdem gnadenlos treffend.

Lustiges Buch als Geschenk zu Weihnachten: Warum Humor unter dem Baum gewinnt

Kirk-Meme: Kirk sitzt mit Notizblock am Weihnachtstisch, waehrend um ihn herum das Familienchaos tobt und Oma Gerda im Sessel eingeschlafen ist — Aus dem Roman Alien im Wunderland
Missionsbericht #2412: Weihnachten ist Familienleben unter erschwerten Bedingungen. Aus dem Roman „Alien im Wunderland“

Weihnachten ist der Moment im Jahr, in dem Familien freiwillig in einem Raum sitzen, in dem die Heizung zu hoch, die Musik zu laut und die Verwandtschaft zu vollstaendig ist. Genau deshalb funktioniert Humor unter dem Baum besser als jedes bedeutungsschwere Geschenk. Ein humorvoller Roman entlastet: Er gibt dem Beschenkten die Erlaubnis, den Abend nicht ganz so ernst zu nehmen.

Kirks Blick auf das Fest ist dabei der perfekte Verbuendete. Er beobachtet Menschen, die vier Wochen lang Geschenke kaufen, um sie an einem Abend in elf Minuten auszupacken. Er notiert, dass ein Baum ins Haus getragen wird, um dort langsam zu sterben, waehrend man ihn dafuer schmueckt. Und er stellt die Frage, die sich niemand mehr stellt: Warum eigentlich?

Diese Aussenperspektive ist das eigentliche Geschenk. Wer den Roman verschenkt, verschenkt keine Belehrung, sondern eine Einladung: einmal so auf die eigenen Rituale zu schauen, wie es ein Wesen tun wuerde, das gerade erst gelandet ist. Wer diesen Blick moechte, findet ihn ausfuehrlich in Kirks Bericht darueber, warum Menschen Weihnachten feiern und in seinem Missionsbericht vom Weihnachtsmarkt.

Was den Roman von anderen Weihnachtsgeschenken unterscheidet

„Alien im Wunderland“ ist ein satirischer Science-Fiction-Roman auf Deutsch, der ohne Weltraumschlachten auskommt. Die Handlung beginnt mit einer Bruchlandung in Nordhessen und fuehrt Xy in den Alltag der Bundesrepublik: nach Frankfurt, in Supermaerkte, in Behoerden, an Mittagstische. Statt Laserwaffen gibt es Formulare. Statt Aliens mit boesen Absichten gibt es ein Wesen, das ernsthaft verstehen will, warum Erdlinge tun, was sie tun.

Diese Verschiebung ist der Kern des Buches: Nicht die Aliens sind das Fremde, sondern wir. Xy misst die Erde nicht an Kriterien der Science-Fiction, sondern an Logik. Und Logik ist bekanntlich das Werkzeug, an dem menschliche Gewohnheiten am schnellsten zerbrechen. Warum trinken Erdlinge ein bitteres Heissgetraenk, um wach zu werden, und beklagen sich dann, nicht schlafen zu koennen? Warum tragen sie Kleidung, die friert, um zu zeigen, dass sie es sich leisten koennen? Wer diese Fragen einmal gestellt bekommt, sieht den eigenen Alltag danach anders – und das ist eine Wirkung, die man verschenken kann.

Damit trifft der Roman eine Luecke, die klassische Geschenkbuecher offen lassen. Er ist kein Kalauer-Sammelband, sondern eine Geschichte mit Figuren, die man mag. Und er ist keine trockene Gesellschaftskritik, sondern Gesellschaftskritik mit Humor in erzaehlter Form. Wer humorvolle Buecher liebt, aber keinen Klamauk will, ist hier richtig – siehe auch diese Uebersicht humorvoller Romane auf Deutsch.

7 Gruende fuer ein lustiges Buch als Geschenk zu Weihnachten

Kirk-Meme: Kirk im Elektromarkt mit Tablet, umgeben von ratlosen Kunden, die ihn fuer einen Mitarbeiter halten — Aus dem Roman Alien im Wunderland
Missionsbericht #516: Im Elektromarkt niemals rote Kleidung tragen. Aus dem Roman „Alien im Wunderland“
  1. Es passt in jedes Budget. Ein Roman kostet weniger als der durchschnittliche Weihnachtsstress und deutlich weniger als ein Elektroartikel, der im Januar reduziert ist.
  2. Es passt in jede Verpackung. Rechteckig, leicht, kein Kabel, keine Bedienungsanleitung. Wer schon einmal ein Fahrrad in Geschenkpapier gewickelt hat, weiss diesen Punkt zu schaetzen.
  3. Es funktioniert generationsuebergreifend. Oma Gerda ist im Roman eine Hauptfigur – und genau deshalb finden auch aeltere Leser sofort einen Anker.
  4. Es liefert Gespraechsstoff. Ein humorvoller Roman produziert Zitate, die beim naechsten Familientreffen wieder auftauchen.
  5. Es ist kein Nullsummenspiel. Wer es liest, gibt es weiter. Kaum ein Geschenk hat eine so hohe Zweitverwertungsquote.
  6. Es hat einen Wiedererkennungswert. Kirks Missionsberichte sind kurz, pointiert und funktionieren auch als Vorlesestueck fuer den Abend zwischen Gaensebraten und Kaffee.
  7. Es nimmt niemanden persoenlich auseinander. Die Satire richtet sich gegen Gewohnheiten, nicht gegen Menschen – ein unterschaetztes Kriterium fuer Geschenke an die eigene Familie.

Ein lustiges Buch als Geschenk zu Weihnachten hat damit den seltenen Status eines Universalpraesents: Es ist persoenlich genug, um Muehe zu zeigen, und unverfaenglich genug, um niemanden zu ueberfordern. Aehnlich argumentieren auch der Leitfaden zum Verschenken lustiger Buecher und die Empfehlungsliste fuer Buecher zum Lachen.

Fuer wen sich dieses Weihnachtsgeschenk eignet

Nicht jedes Buch passt zu jedem Menschen. Diese Zuordnung hat sich bewaehrt:

  • Fuer Vielleser mit Humor: Menschen, die Douglas Adams moegen, erkennen den Ton sofort. Mehr dazu in diesem Vergleich mit „Per Anhalter durch die Galaxis“.
  • Fuer Wenigleser: Die Missionsberichte sind in sich abgeschlossene Beobachtungen – man kann jederzeit einsteigen und aufhoeren.
  • Fuer Science-Fiction-Skeptiker: Wer „Alien“ hoert und an Monster denkt, wird ueberrascht. Hier ist der Ausserirdische der Hoeflichste im Raum.
  • Fuer Menschen mit Heimatstolz: Frankfurt, Nordhessen und Hessisch spielen mit. Siehe dem Frankfurt-Kapitel und dem hessischen Sprachkurs mit Kirk.
  • Fuer Kollegen und Wichtelgeschenke: Politisch unverfaenglich, thematisch anschlussfaehig, preislich im Rahmen.

Praktische Hinweise fuer den Geschenkekauf

Kirk-Meme: Oma Gerda reicht Kirk einen riesigen Eisbecher, obwohl der Tisch voller leerer Teller steht — Aus dem Roman Alien im Wunderland
Missionsbericht #771: satt bedeutet nicht, dass keine Eiscreme mehr reinpasst. Aus dem Roman „Alien im Wunderland“

Drei Dinge, die den Unterschied machen. Erstens: fruehzeitig bestellen. Die Wochen vor dem Fest sind logistisch das, was Kirk als „kollektive Beschaffungspanik“ protokollieren wuerde. Zweitens: ehrlich sein. Wer ein humorvolles Buch verschenkt, sollte dazusagen, dass es humorvoll ist – sonst wird die Satire fuer Ernst gehalten. Drittens: das Buch selbst lesen. Nichts wirkt persoenlicher als ein Geschenk, ueber das man mitreden kann.

Ein Hinweis fuer alle, die mehrere Menschen gleichzeitig beschenken muessen: Der Roman funktioniert auch als Serienpraesent, ohne peinlich zu werden. Wer vier Exemplare an vier Verwandte verteilt, hat vier Menschen mit demselben Gespraechsstoff versorgt – was am zweiten Weihnachtstag erfahrungsgemaess mehr wert ist als vier verschiedene Socken. Und falls doch jemand lieber Socken haette: Kirk hat auch dazu eine Beobachtung im Gepaeck.

Wer noch schwankt, findet in der ausfuehrlichen Vorstellung des Romans und der Einordnung als Science-Fiction-Satire eine ausfuehrlichere Einordnung des Romans.

Fazit: Das lustige Buch als Geschenk zu Weihnachten, das haengen bleibt

Ein lustiges Buch als Geschenk zu Weihnachten ist die Entscheidung fuer Leichtigkeit an einem Abend, der oft schwerer wird als geplant. „Alien im Wunderland“ ist dafuer besonders gut geeignet, weil der Roman nicht ueber Menschen lacht, sondern mit ihnen: Xy alias Kirk nimmt die Erdlinge ernst – ernster, als sie sich selbst nehmen. Genau daraus entsteht der Humor. Und genau das macht den Roman zu einem Geschenk, das nach dem Auspacken erst anfaengt.

Weitere Missionsberichte zum Weiterlesen

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Den Roman „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend

Haeufig gestellte Fragen

Ist „Alien im Wunderland“ ein gutes Weihnachtsgeschenk fuer Leute, die selten lesen?

Ja. Der Roman ist in kurze Beobachtungen und Episoden gegliedert, die einzeln funktionieren. Wer nur zehn Minuten Zeit hat, bekommt eine vollstaendige Pointe und muss nicht 200 Seiten Anlauf nehmen.

Worum geht es in dem Roman?

Xyphor Venthax, ein Ausserirdischer, strandet auf der Erde und landet im Wohnzimmer von Oma Gerda. Unter dem Pseudonym „Kirk“ versucht er, den deutschen Alltag zu verstehen, und protokolliert seine Erkenntnisse in Missionsberichten. Was daraus wird, verraet der Roman – hier nicht.

Heisst der Held wirklich Commander Kirk?

Nein. Es gibt keinen Rang und keinen Commander. Xy hat sich den Namen „Kirk“ selbst zugelegt, weil er Captain Kirk aus Star Trek bewundert. Oma Gerda denkt dabei uebrigens hartnaeckig an Kirk Douglas.

Fuer welches Alter ist der Roman geeignet?

Fuer erwachsene Leser und humorfeste Jugendliche. Die Satire lebt von Alltagsbeobachtungen – Kaffeeloeffel, Muelltrennung, Smalltalk – und setzt vor allem Vertrautheit mit dem deutschen Alltag voraus, nicht ein bestimmtes Alter.

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