Es gibt Fragen, die sich ein Mensch im Laufe seines Lebens nie ernsthaft stellt – weil die Antwort scheinbar auf der Hand liegt. Warum küssen sich Menschen? Für die meisten Erdlinge gehört das Aneinanderpressen zweier Münder so selbstverständlich zum Leben wie Atmen oder Kaffeetrinken. Doch für Xyphor Venthax, einen geschlechtslosen Varlorianer von einem weit entfernten Planeten, ist genau diese Geste eines der größten Rätsel seiner Erkundungsmission. In der Roman „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend protokolliert er unter seinem irdischen Tarnnamen „Kirk“ akribisch alles, was die Menschheit so treibt – und beim Thema Küssen kommt er zu Schlussfolgerungen, die jeden Biologielehrer vor Schreck die Kreide fallen lassen würden.
Den Tarnnamen „Kirk“ hat sich Xy übrigens selbst ausgesucht, aus Bewunderung für einen gewissen Raumschiff-Captain aus dem irdischen Fernsehen. Dass Oma Gerda, seine ahnungslose Gastgeberin in Frankfurt, dabei stets an Kirk Douglas denkt, ist nur eines von vielen Missverständnissen, die sich durch die Geschichte ziehen. Als Kirk Oma Gerda einmal ganz sachlich fragt, warum Menschen sich küssen, bekommt er statt einer Antwort nur einen strengen Blick und die Aufforderung, gefälligst seinen Teller leerzuessen – auch das eine Lektion über die menschliche Kommunikation. Doch zurück zur eigentlichen Frage.

Warum küssen sich Menschen? Kirks erste, ratlose Beobachtung
Aus der nüchternen Perspektive eines Varlorianers ergibt das Küssen zunächst überhaupt keinen Sinn. Zwei Lebewesen nähern sich bis auf wenige Millimeter an, tauschen Atemluft und – wie Kirk in seinem Bordlogbuch entsetzt vermerkt – beachtliche Mengen an Mikroorganismen aus, und betrachten dies anschließend als Höhepunkt des Abends. „Warum küssen sich Menschen freiwillig“, notiert er, „obwohl sie an anderer Stelle panische Angst vor Keimen haben und ganze Regale voller Desinfektionsmittel besitzen?“
Diese Art von liebevoll-verständnislosem Blick zieht sich durch den gesamten Roman. Wer schon einmal gelesen hat, wie ein Alien beobachtet Menschen oder deutsches Essen aus Alien-Sicht, kennt das Prinzip: Kirk nimmt eine völlig alltägliche Handlung und seziert sie so lange, bis selbst der Leser sich fragt, ob die Menschheit eigentlich noch ganz dicht ist. Das Küssen ist dabei eine seiner liebsten Fallstudien.
Die Theorie hinter dem Kuss – was die Wissenschaft sagt
Damit Kirks Verwirrung nicht ganz im luftleeren Raum hängt, hier die irdische Faktenlage: Warum küssen sich Menschen? Forscher vermuten gleich mehrere Ursachen. Der Kuss könnte ein evolutionäres Überbleibsel der „Schnabelfütterung“ sein, mit der Eltern ihren Nachwuchs versorgten. Andere Theorien sehen im Kuss einen biochemischen Test – beim Austausch von Speichel sammelt das Gehirn unbewusst Informationen über die genetische Eignung des Gegenübers. Und schließlich schüttet der Körper beim Küssen einen Cocktail aus Oxytocin und Dopamin aus, also genau jene Botenstoffe, die für Bindung und Glücksgefühle zuständig sind.
Kurz gesagt: Der Kuss ist Bindungswerkzeug, Gentest und Belohnungssystem in einem. Für einen Varlorianer, der sich durch lautlose Gedankenmuster verständigt und Fortpflanzung für eine rein technische Angelegenheit hält, ist diese Mehrfachfunktion schlicht überwältigend. Kein Wunder, dass Kirk das Thema in seinen Missionsbericht von der Erde ausführlich behandelt.
Spannend wird es, wenn Kirk entdeckt, dass nicht einmal die Menschen selbst sich einig sind: In manchen Kulturen reibt man zur Begrüßung die Nasen aneinander, in anderen küsst man drei Mal auf die Wange, und wieder andere verzichten ganz auf den Mundkontakt. „Wenn diese Spezies sich nicht einmal darauf einigen kann, wie sie sich begrüßt“, protokolliert Kirk trocken, „wie soll sie dann jemals eine interstellare Föderation gründen?“ Solche Beobachtungen machen deutlich, warum Alien auf der Erde bei Leserinnen und Lesern so gut ankommt.

Balzrituale: Warum dem Kuss ein komplizierter Tanz vorausgeht
Noch rätselhafter als der Kuss selbst ist für Kirk das aufwendige Vorspiel, das Menschen davorschalten. Bevor zwei Erdlinge sich überhaupt küssen dürfen, durchlaufen sie ein Ritual von beachtlicher Komplexität: gemeinsames Essen, bei dem niemand richtig isst, rhythmisches Hin- und Herbewegen zu lauter Musik (von Menschen „Tanzen“ genannt) und stundenlanges Austauschen von Informationen, die beide ohnehin schon kennen.
Besonders das Tanzen bringt Kirk an den Rand seines Verstandes. Warum, fragt er sich, signalisieren Menschen ihre Paarungsbereitschaft, indem sie sich möglichst unkoordiniert bewegen? Und warum reagieren Erdenfrauen so empört, wenn er nach einem gelungenen Abendessen sachlich und logisch vorschlägt, den Abend nun mit der Fortpflanzung fortzusetzen? Diese Fettnäpfchen gehören zu den komischsten Momenten des Romans und zeigen, warum ein Roman aus Alien-Perspektive so anders funktioniert als klassische Science-Fiction.
Schmetterlinge im Bauch – und andere alarmierende Symptome
Die menschliche Sprache macht es einem Alien nicht leichter. Als eine junge Erdenfrau Kirk gesteht, sie habe „Schmetterlinge im Bauch“, löst das bei ihm beinahe einen medizinischen Notfall aus. Insekten im Verdauungstrakt? Eine Vergiftung? Erst nach längerer Recherche begreift er, dass es sich um eine harmlose Umschreibung für Verliebtheit handelt – jenen Zustand, der Menschen dazu bringt, sich gegenseitig die Münder aneinanderzudrücken.

Genau in diesen Momenten zeigt sich die Stärke des Romans. „Alien im Wunderland“ ist im Kern eine liebevolle Satire über uns selbst – wir erkennen unsere eigenen, längst automatisierten Gewohnheiten plötzlich als das Absurde, das sie für einen Außenstehenden tatsächlich sind. Wer das Prinzip vertiefen möchte, findet in Kulturunterschiede humorvoll erklärt und ein Außerirdischer analysiert die Menschen weitere Beispiele dafür, wie befreiend dieser Perspektivwechsel sein kann.
Fazit: Warum küssen sich Menschen – und warum sollte uns ein Alien das erklären?
Warum küssen sich Menschen? Die ehrliche Antwort lautet: aus einer Mischung von Biologie, Bindung und kulturellem Ritual, die so tief in uns verankert ist, dass wir sie nie hinterfragen. Genau deshalb braucht es manchmal einen Blick von außen – am besten den eines geschlechtslosen Aliens, das alles zum ersten Mal sieht. Kirk liefert uns diesen Blick, und er tut es auf eine Weise, die gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken bringt. „Alien im Wunderland“ ist damit weit mehr als eine Sammlung kurioser Beobachtungen: Es ist ein Spiegel, in dem die Menschheit sich von ihrer schrägsten Seite betrachten darf.
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Den Roman „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend
Häufige Fragen (FAQ)
Warum küssen sich Menschen überhaupt?
Wissenschaftler führen das Küssen auf mehrere Ursachen zurück: ein evolutionäres Erbe der Nahrungsweitergabe, einen unbewussten Test der genetischen Eignung des Partners sowie die Ausschüttung von Bindungs- und Glückshormonen wie Oxytocin und Dopamin. Im Roman „Alien im Wunderland“ wird genau diese Selbstverständlichkeit aus der Sicht eines Außerirdischen humorvoll hinterfragt.
Wer ist „Kirk“ in „Alien im Wunderland“?
„Kirk“ ist der irdische Tarnname des Varlorianers Xyphor Venthax (kurz: Xy). Den Namen wählte er aus Bewunderung für einen Science-Fiction-Captain – einen militärischen Rang hat er nicht. Seine Gastgeberin Oma Gerda denkt bei „Kirk“ hingegen stets an den Schauspieler Kirk Douglas.
Worum geht es in „Alien im Wunderland“?
Der Roman erzählt von einem geschlechtslosen Alien, das in Frankfurt bei der resoluten Oma Gerda strandet und die Menschheit beobachtet. Aus seiner naiv-logischen Perspektive werden alltägliche Gewohnheiten wie Küssen, Kaffeetrinken oder Smalltalk zu rätselhaften Phänomenen – eine liebevolle Satire auf den Menschen.
Ist „Alien im Wunderland“ eher lustig oder nachdenklich?
Beides. Der Roman ist in erster Linie humorvoll, nutzt den Alien-Blick aber als sanfte Gesellschaftskritik. Er bringt zum Lachen und regt zugleich dazu an, eigene Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.
Weitere Missionsberichte von der Erde
Kirk hat noch viele weitere irdische Rätsel protokolliert:
- Was würde ein Alien über Menschen denken?
- Wie würden Aliens die Menschheit sehen?
- menschliche Gewohnheiten aus fremder Sicht
- die Erde aus Alien-Perspektive
- Science-Fiction-Satire auf Deutsch
- Alien auf der Erde
- Warum Menschen komisch sind
- ein Alien versteht die Menschen nicht
- Gesellschaftskritik mit Humor
- Kirks Alien-Tagebuch der Menschheit
- deutsche Eigenarten aus fremder Sicht
- eine satirische Betrachtung des Alltags
- Religion aus Alien-Perspektive
- Trinkgeld in Deutschland, humorvoll erklärt
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- Science-Fiction als Geschenk
Neugierig geworden? Dann lerne Kirk und seine herrlich schiefen Schlussfolgerungen am besten selbst kennen – in der Roman „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend.
