Der menschliche Körper aus Alien Sicht ist ein Konstruktionsplan voller Rätsel: fünf Finger statt drei, ein Büschel Fellreste auf dem Kopf und ein Gesichtsloch, das gleichzeitig isst, atmet, spricht und niest. Wer das verstehen will, fragt am besten jemanden, der den Körper nicht seit der Geburt bewohnt, sondern ihn erst vor Kurzem bezogen hat: Xyphor Venthax, kurz Xy, der sich auf der Erde „Kirk“ nennt. Er ist die Hauptfigur des Romans „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend, und seine erste Bestandsaufnahme seines neuen Menschenkörpers ist eine der komischsten Szenen des Romans. In diesem Artikel führt Kirk durch sieben Punkte, die ihm besonders zu denken geben.
Eine Vorbemerkung: Kirk ist ein Beobachter von Beruf. Sein Auftrag lautet, die Erde zu erkunden, und der Körper ist sein wichtigstes Messinstrument. Dass dieses Instrument mit eigenen Ideen ausgeliefert wird, hat ihn anfangs überrascht. Wie er überhaupt in diese Lage kommt, erfährst du im Überblick zum Roman, und warum er sich ausgerechnet Kirk nennt, steht in einem eigenen Beitrag.
Was ist der menschliche Körper aus Alien Sicht?
Der menschliche Körper aus Alien Sicht ist ein biologisches Fahrzeug mit erstaunlich vielen Extras, aber ohne Bedienungsanleitung. Aus Kirks Perspektive besteht er aus einem Rumpf, vier Gliedmaßen, einem beweglichen Aufbau mit Sensoren (dem Kopf) und einer Reihe von Funktionen, die ständig Aufmerksamkeit verlangen: Hunger, Müdigkeit, Juckreiz, Frieren und Schwitzen. Der Mensch nennt das schlicht „Leben“. Kirk nennt es „laufende Wartungsarbeiten“.
Kurz zusammengefasst, was Kirk an der Erdlinge-Hardware besonders auffällt:
- Fünf Finger pro Hand, wo er sich mit drei bestens eingerichtet hatte.
- Haare, die aussehen wie eine kleine Algenplantage auf dem Kopf.
- Ein Riechorgan mitten im Gesicht, das ungefragt Meldungen liefert.
- Körperbehaarung an Stellen, deren Zweck sich ihm nicht erschließt.
1. Fünf Finger statt drei: Der menschliche Körper aus Alien Sicht beginnt an der Hand
Die erste Inventur gilt den Händen. Fünf Finger, davon einer, der sich gegenüber den anderen stellen kann, der Daumen. Kirk ist zunächst fasziniert und dann überfordert: Wer drei Finger gewohnt ist, verheddert sich mit fünf. Schnürsenkel, Knöpfe und Reißverschlüsse werden zu Prüfungen, und das Handy auf der Tastatur mit zwei Daumen zu bedienen, erscheint ihm wie ein Zirkuskunststück. Seine Notiz dazu: „Zwei Finger zu viel, aber im Notfall gut für Gesten im Straßenverkehr.“ Wie er sich selbst zum ersten Mal im Ganzen sieht, steht in Kirks erstem Blick in den Spiegel.

2. Haare: eine Algenplantage auf dem Kopf
Das Haar ist für Kirk das vielleicht unerklärlichste Merkmal des menschlichen Körpers. Es wächst unaufhörlich, muss geschnitten, gewaschen, gekämmt und getrocknet werden, und es hat nach Kirks Beobachtung nur eine einzige verlässliche Funktion: Gesprächsstoff zu liefern. „Kirks Missionsbericht über Haarfarben“ ist deshalb eine eigene Rubrik seiner Notizen. Menschen färben ihre Fellreste, wechseln sie wie andere ihre Kleidung und investieren dafür Stunden in einem Raum mit sehr lauten Trockenhauben. Für einen Beobachter, der Effizienz gewohnt ist, wirkt das wie ein Ritual mit unklarem Zweck.
Die Haare auf dem Kopf sind dabei nur der Anfang. Kirk entdeckt bald, dass der Körper an weiteren Stellen Haare produziert, und kommt zu dem Schluss, dass die Natur hier offenbar ohne Qualitätskontrolle gearbeitet hat. Warum ein Wesen, das sich so bemüht, Haare an der einen Stelle zu pflegen, sie an einer anderen konsequent entfernt, bleibt ein Rätsel, das er bis heute nicht abschließend gelöst hat.
3. Die Nase und das Gesicht: Multifunktionsloch mit Eigenleben
Im Gesicht sitzt das Zentrum der menschlichen Schnittstellen: Augen, Ohren, Mund und eine Nase, die sich gern in den Vordergrund drängt. Kirk wundert sich vor allem darüber, dass Essen, Atmen und Sprechen im selben Bereich stattfinden. Die Folgen sind bekannt: Wer beim Essen redet, verschluckt sich. Kirk hat dazu bereits eine Analyse verfasst, nachzulesen unter Warum verschlucken sich Menschen? Ebenso rätselhaft ist die Nase, die auf plötzliche Reize mit einer Art Gesichtsexplosion reagiert, siehe Warum niesen Menschen?
Aus Kirks Sicht ist das Gesicht außerdem ein Kommunikationsgerät mit schlecht dokumentierten Signalen. Ein Lächeln kann Freundlichkeit bedeuten, Höflichkeit, Verlegenheit oder die Absicht, etwas zu verkaufen. Die Gebrauchsanweisung dazu fehlt, und Kirk lernt durch Ausprobieren, wie er es bei Oma Gerda gelernt hat.
4. Die Haut: Verpackung mit Sonderfunktionen
Die Haut nennt Kirk gern „die Hülle“. Sie schützt, sie friert, sie schwitzt, sie juckt, und sie verändert ihre Farbe, wenn Menschen in wärmere Zonen reisen. Genau hier wird es für ihn spannend: Erdlinge verfärben ihre Hülle bewusst, tragen sie anschließend monatelang spazieren und zeigen sie jedem Bekannten. In Kirks Missionsberichten trägt diese Beobachtung eine eigene Nummer, denn er versteht nicht, warum man eine Verfärbung als Trophäe betrachtet, die auf der Heimatwelt Varlor wohl eher als Wartungsfehler gelten würde.

Dass Kirks eigene Hülle künstlich erzeugt ist, ist übrigens ein eigenes Thema. Wie glaubwürdig seine Tarnung aus wissenschaftlicher Sicht wäre, diskutiert der Beitrag über Nanotechnologie und Verwandlung in der Science-Fiction.
5. Kleidung als Zusatzhülle: Die Regeln der Umkleidekabine
Als wäre der menschliche Körper aus Alien Sicht nicht schon kompliziert genug, kommt eine zweite Hülle dazu: die Kleidung. Sie wird gekauft, anprobiert und gewechselt, aber ausschließlich in einer dafür vorgesehenen Kabine. Kirk beobachtet im Kaufhaus, wie Regeln das Wechseln der Hülle begrenzen, und notiert in seinem Bericht: Der Grund bleibt ihm verborgen. Mehr dazu liest du im Beitrag Warum tragen Menschen Kleidung?

6. Pflege und Wartung: Waschen, Schlafen, Essen
Der menschliche Körper verlangt tägliche Pflege. Er will gewaschen werden, was Kirk in der Dusche zum ersten Mal erlebt hat, ausführlich beschrieben in Alien entdeckt die Dusche. Er will schlafen, und zwar jede Nacht, obwohl man sich dabei stundenlang nicht bewegt. Und er will essen, mehrmals am Tag, sonst meldet er sich mit Geräuschen aus der Körpermitte. Kirk fasst das so zusammen: Ein Fahrzeug, das ständig getankt, gereinigt und abgestellt werden muss, ist unpraktisch. Dass Menschen das trotzdem als normal empfinden, beeindruckt ihn.
Hinzu kommt der Unterschied zwischen Männern und Frauen, den Kirk systematisch zu erfassen versucht. Seine Ergebnisse stehen im Beitrag Geschlechtsunterschiede aus Alien Sicht, und sie sind, wie nicht anders zu erwarten, uneinheitlich. Für einen Varlorianer, dessen Volk keine Geschlechter kennt, ist das ein Thema für ein ganzes Forschungsprojekt, siehe auch Geschlechtslose Aliens im Roman.
7. Das Fazit: Menschlicher Körper aus Alien Sicht, ehrlich bewertet
Kirks Gesamtbewertung des menschlichen Körpers fällt gemischt aus. Er lobt die Anpassungsfähigkeit: Der Körper lernt, heilt sich zum Teil selbst und beherrscht Dinge wie Lachen, die auf Varlor unbekannt sind. Er kritisiert die Wartungsintensität, die seltsame Haarverteilung und die unzähligen Fehlermeldungen in Form von Jucken, Niesen und Schluckauf. Sein Fazit lautet sinngemäß: Als Konstruktion mäßig, als Erlebnis überraschend gut. Wer wissen möchte, wie er das alles gemeinsam mit Oma Gerda erlebt, findet die Antwort im Roman „Alien im Wunderland“.
Der menschliche Körper aus Alien Sicht ist am Ende eine Liebeserklärung mit Augenzwinkern: Kirk sieht, was wir längst übersehen, und er schafft es, uns über uns selbst lachen zu lassen. Genau das macht den Reiz seiner Berichte aus, und auch ein Blick in den Roman lohnt sich, wenn du Satire mit Herz magst. Eine weitere Szene aus seinem neuen Alltag zeigt der Beitrag Alien sieht sich zum ersten Mal im Spiegel.
Du willst Kirk und Oma Gerda selbst erleben?
Den Roman „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend
Häufig gestellte Fragen zum menschlichen Körper aus Alien Sicht
Wie sieht ein Alien den menschlichen Körper?
Aus der Sicht von Kirk, der Hauptfigur des Romans „Alien im Wunderland“, ist der menschliche Körper ein wartungsintensives biologisches Fahrzeug mit fünf Fingern pro Hand, wuchernden Haaren und einem Gesicht, das mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllt.
Wer ist Kirk in „Alien im Wunderland“?
Kirk ist das Pseudonym von Xyphor Venthax, kurz Xy, einem Alien vom Planeten Varlor. Er hat sich den Namen nach Captain Kirk aus Star Trek gewählt und erforscht auf der Erde das Leben der Menschen. Oma Gerda denkt bei dem Namen allerdings zuerst an Kirk Douglas.
Gibt es Spoiler in diesem Artikel?
Nein. Der Artikel verrät nur die Grundprämisse des Romans und Kirks erste Beobachtungen zum Menschenkörper. Handlungswendungen bleiben unverraten.
Wo kann ich den Roman „Alien im Wunderland“ kaufen?
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