Einkaufen im Kaufhaus aus Alien Sicht – das ist ein Erlebnis, das selbst gestandene Erdlinge regelmäßig an den Rand ihrer Nerven bringt. Für Xyphor Venthax, kurz Xy, der sich auf der Erde „Kirk“ nennt, war es eine Expedition in fremdes Terrain: Hunderte Quadratmeter Fläche, Musik aus unsichtbaren Quellen, Lautsprecher mit rätselhaften Botschaften und Menschen, die freiwillig Stunden in diesem Gebäude verbringen. In diesem Beitrag fasst Kirk seine Beobachtungen zusammen – als Missionsbericht an die Heimatwelt Varlor.
„Alien im Wunderland“ ist ein humorvoller Science-Fiction-Roman von Thomas Tausend. Er erzählt von einem Außerirdischen in Frankfurt, der bei Oma Gerda landet und die Erde mit den Augen eines völlig Unbeteiligten betrachtet. Das Kaufhaus ist dafür der perfekte Schauplatz, denn kaum ein anderer Ort verdichtet so viele irdische Eigenheiten auf so engem Raum.
Das Kaufhaus: Ein Raumschiffhangar für Konsumgüter
Aus Alien-Sicht ist ein Kaufhaus zunächst nichts anderes als ein riesiger Hangar. Es gibt Ebenen, Rolltreppen als Transportsystem, einen zentralen Schacht und Schleusen am Eingang, die sich bei Annäherung von selbst öffnen. Kirk notiert nüchtern: Die Architektur erinnert an einen Raumschiffhangar, nur dass hier keine Raumschiffe stehen, sondern Pullover, Pfannen und Parfum.
Erstaunlich findet er, dass die Erdlinge diesen Hangar nicht aus Notwendigkeit betreten. Wer Nahrung braucht, geht in den Supermarkt – wie Kirk dort zurechtkam, steht in Kirk im Supermarkt. Im Kaufhaus dagegen suchen Menschen etwas, das sie noch gar nicht kennen. Sie nennen das „Bummeln“ und halten es für Erholung.
Die Lautsprecherdurchsagen: Codierte Botschaften an die Eingeweihten
Besonders fasziniert Kirk von den Durchsagen. Mitten im Einkaufstrubel ertönt eine Stimme ohne Körper: „Frau Müller, bitte kommen Sie zur Information“, oder, noch geheimnisvoller, eine Meldung, die Mitarbeiter aufhorchen lässt, während Kunden nichts bemerken. Kirks Analyse: Es handelt sich um codierte Kommunikation. Die Eingeweihten verstehen sie, alle anderen werden bewusst im Unklaren gelassen.
Diese Beobachtung passt zu einem Grundmuster, das Kirk überall findet. Die Erdlinge haben für fast jede Situation einen verborgenen Verhaltenskodex, den niemand erklärt. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag über menschliche Gewohnheiten aus fremder Sicht und in Alien beobachtet Menschen.
Reizüberflutung: Wenn jede Fläche etwas will
Einkaufen im Kaufhaus aus Alien Sicht heißt vor allem: Reizüberflutung. Kirks Sinnesorgane sind empfindlicher als die menschlichen, und das Kaufhaus attackiert sie gleichzeitig auf allen Kanälen. Er listet in seinem Bericht die Reizquellen auf:
- Licht: Strahler, Leuchtreklame und Schaufenster, die sich gegenseitig überbieten.
- Klang: Hintergrundmusik, Durchsagen und das Piepen unzähliger Kassen.
- Duft: Parfümabteilung, Backwaren und Reinigungsmittel in einer einzigen Luftmasse.
- Schilder: Prozentzeichen in Rot, die Sonderangebote versprechen und dem Gehirn kaum Pause lassen.
- Menschen: Hunderte Erdlinge, die alle gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen streben.
Kirks Fazit: Ein Wesen, das das Kaufhaus ohne Erschöpfung verlässt, gilt auf der Erde als gut erholt. Wer erschöpft ist, hat „erfolgreich eingekauft“.

An der Kasse: Die Wächterin mit dem roten Strahl
Der Höhepunkt jedes Einkaufs ist für Kirk die Kasse. Dort sitzt eine Wächterin am Ausgang, die jede Ware einzeln mit einem roten Strahl erfasst. Erst danach darf man gehen. Kirks Missionsbericht dazu: Die Erdlinge nehmen es ohne Widerstand hin und bedanken sich sogar. Er selbst hob vorsorglich die Hände.
Für ihn ist das ein Ritual mit klarer Struktur. Man legt Gegenstände auf ein Band, ein Strahl prüft sie, ein Betrag erscheint, und die Menschen übergeben dafür eine Karte oder bunte Papierstücke. Wie seltsam das aus Sicht einer Gesellschaft ist, die Geld für überflüssig hält, beschreibt Kirks Blick auf Geld und Kapitalismus. Und ob man der Wächterin ein Trinkgeld geben sollte, klärt Trinkgeld in Deutschland.
Rote Kleidung im Elektromarkt: Kirks wichtigste Regel
Eine Lektion, die Kirk sich notiert hat, lautet: Im Elektromarkt niemals rote Kleidung tragen. Menschen in roten Shirts werden dort offenbar für Auskunftswesen gehalten und sofort von Kunden umringt, die Fragen zu Waschmaschinen haben. Kirks Beobachtung: Die Farbe Rot bedeutet im Kaufhauskosmos „Ich weiß Bescheid“. Eine Uniform, die nirgendwo erklärt wird, aber jeder versteht.

Kirk nutzt für seine Erkundung ein kleines Tablet mit Lageplan, das er als „Navigationsgerät für Hangar-Strukturen“ bezeichnet. Trotzdem verläuft er sich regelmäßig. Das beruhigt ihn: Auch die Erdlinge stehen oft ratlos vor dem Hinweisschild „Sie befinden sich hier“.
Rolltreppen, Schleusen und das Rätsel der Umkleidekabine
Auch die Fortbewegung im Kaufhaus verdient laut Kirk einen eigenen Abschnitt. Die Rolltreppe nennt er ein „Förderband für Erdlinge“, das ohne Gegenwehr akzeptiert wird, obwohl man auch laufen könnte. Die automatischen Türen am Eingang sind für ihn eine Schleuse, die den Außendruck vom Innendruck trennt. Besonders rätselhaft bleibt die Umkleidekabine: Menschen betreten einen winzigen Raum, drehen sich vor einem Spiegel und entscheiden, ob ein Kleidungsstück „zu ihnen passt“. Kirk, dessen Heimatwelt Kleidung ganz anders bewertet, notiert dazu lediglich: Der Spiegel scheint wichtiger zu sein als die Kleidung selbst. Auch das bleibt ein Punkt für weitere Forschung.
Warum Menschen im Kaufhaus einkaufen: Kirks Erklärungsversuch
Nach mehreren Besuchen formuliert Kirk eine Hypothese, die sich wie eine Definition lesen lässt: Das Kaufhaus ist ein Ort, an dem Menschen Bedürfnisse entdecken, die sie vorher nicht hatten. Dafür sprechen drei Beobachtungen:
- Die Menschen gehen oft ohne Einkaufsliste hinein und kommen mit Tüten heraus.
- Die wichtigsten Waren liegen weit hinten, damit man an möglichst vielen anderen vorbeigeht.
- Der Ausgang führt zwangsläufig an der Kasse vorbei, wo kleine Zusatzangebote warten.
Kirk nennt das „freiwillige Umlaufbahn“: Man kreist durch das Gebäude, bis die Schwerkraft der Kasse einen einfängt. Gleichzeitig räumt er ein, dass der Mensch dabei offenbar Freude empfindet – ein Widerspruch, den er für sein Forschungsprotokoll vermerkt.
Tipps für den Kaufhausbesuch – von einem Alien
Wer nach Kirks Bericht selbst ins Kaufhaus geht, kann seine Erkenntnisse nutzen:
- Trage im Elektromarkt keine rote Kleidung, wenn du nicht beraten willst.
- Höre den Durchsagen zu – manchmal steckt echte Information darin.
- Nimm dir vor dem Betreten eine Liste mit, um der freiwilligen Umlaufbahn zu entkommen.
- Plane eine Pause ein, denn Reizüberflutung ist kein Zeichen von Schwäche.
- Bleib gelassen an der Kasse, denn der rote Strahl tut niemandem weh.
Fazit: Einkaufen im Kaufhaus aus Alien Sicht lohnt den Perspektivwechsel
Einkaufen im Kaufhaus aus Alien Sicht zeigt, wie viele ungeschriebene Regeln unseren Alltag bestimmen: codierte Durchsagen, farbcodierte Uniformen, rituelle Kassen. Kirk lernt sie nach und nach, mal elegant, mal chaotisch. Genau diese Mischung macht den Roman „Alien im Wunderland“ so unterhaltsam. Wer erst einmal reinlesen möchte, findet in der Leseprobe einen Einblick, und die Zusammenfassung ohne Spoiler verrät den Rahmen, ohne etwas vorwegzunehmen. Mehr über Kirks Gastgeberin erfährst du im Porträt von Oma Gerda, und wer den Roman verschenken will, wird bei Geschenk für Science-Fiction-Fans fündig. Und wenn du Kirks Beobachtungen zu Genussmitteln magst: Den Kaffee hat er ebenfalls untersucht, nachzulesen bei Kirks Kaffee-Missionsbericht. Einen weiteren Alltagsklassiker deckt Kirks Pizza-Missionsbericht ab.
Du willst Kirk und Oma Gerda selbst erleben?
Den Roman „Alien im Wunderland“ von Thomas Tausend
Häufig gestellte Fragen zum Einkaufen im Kaufhaus aus Alien Sicht
Was bedeutet „einkaufen im Kaufhaus aus Alien Sicht“?
Der Ausdruck beschreibt einen humorvollen Perspektivwechsel: Der Außerirdische Kirk betrachtet das Kaufhaus als Raumschiffhangar mit codierten Durchsagen, rituellen Kassen und starker Reizüberflutung. Der Beitrag gibt seine Beobachtungen als Missionsbericht wieder.
Wer ist Kirk?
Kirk ist das Pseudonym von Xyphor Venthax (Xy), dem Protagonisten des Romans „Alien im Wunderland“. Er nennt sich nach Captain Kirk aus Star Trek, den er bewundert. Oma Gerda denkt dagegen beim Namen eher an Kirk Douglas.
Kommt jede Kaufhaus-Beobachtung im Roman vor?
Nein. Die Memes und Missionsberichte in diesem Beitrag sind Kirks Kommentare zur Erde. Was genau in Band 1 steht, erfährst du beim Lesen des Romans „Alien im Wunderland“. Weitere Bände sollen folgen.
Wo kann ich den Roman „Alien im Wunderland“ kaufen?
Der Roman von Thomas Tausend ist über Amazon erhältlich, bequem über den Button oberhalb dieser FAQ.
